Lern-Nugget #30: Situativer Führungsstil

Lernende brauchen je nach Situation eine andere Art von Führung. In diesem Beitrag erfährst du, warum situative Führung im Ausbildungsalltag so wichtig ist und wie du Lernende passend begleitest.

Gute Begleitung bedeutet nicht, alle Lernenden gleich zu führen. Entscheidend ist vielmehr, was die lernende Person in der konkreten Situation gerade braucht. Genau hier setzt der situative Führungsstil an: Berufsbildner:innen passen ihre Führung flexibel an die jeweilige Situation an. Im Folgenden werden die vier Führungsstile anhand typischer Situationen erklärt.

Anweisen

Beim Führungsstil Anweisen brauchen Lernende klare Vorgaben und enge Begleitung. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn eine lernende Person noch wenig Erfahrung hat, am Anfang steht oder eine neue Aufgabe übernimmt. Als Berufsbildner:in heisst das: klar erklären, präzise zeigen und den Arbeitsprozess eng begleiten.

Anleiten

Beim Anleiten brauchen Lernende weiterhin Führung, gleichzeitig aber auch viel Unterstützung. Sie haben erste Grundlagen aufgebaut, sind jedoch noch nicht sicher und machen vielleicht noch Fehler. In dieser Phase ist es wichtig, Zusammenhänge zu erklären, Fragen zuzulassen, zu motivieren und regelmässig Rückmeldung zu geben.

Unterstützen

In dieser Phase können Lernende bereits vieles selbstständig erledigen. Sie brauchen aber punktuell noch Bestätigung oder Hilfe bei Entscheidungen. Als Berufsbildner:in gibst du mehr Verantwortung ab, denkst mit und unterstützt gezielt dort, wo es noch nötig ist. So stärkst du das Vertrauen und förderst die Selbstständigkeit Schritt für Schritt.

Delegieren

Wenn Lernende fachlich sicher, zuverlässig und selbstständig arbeiten, ist Delegieren der passende Führungsstil. Sie brauchen dann nur noch wenig direkte Führung. Als Berufsbildner:in kannst du Aufgaben übertragen, Vertrauen schenken und dich darauf konzentrieren, die Ergebnisse gemeinsam zu besprechen und bei Bedarf zu reflektieren.

Wie führe ich im Alltag passend?

Der passende Führungsstil hängt nicht nur von der Person ab, sondern auch von der Aufgabe. Eine lernende Person kann bei einer bekannten Tätigkeit sehr selbstständig sein und bei einer neuen Aufgabe wieder mehr Anleitung brauchen. Gute Begleitung bedeutet deshalb, flexibel zu führen und Lernende so zu unterstützen, wie sie es in der jeweiligen Situation brauchen.

Wissensvertiefung rund um die Führung und Begleitung von Lernenden

In unserem eidgenössisch anerkannten Diplomkurs für Berufsbildner:innen in Lehrbetrieben lernst du, Lernende gezielt einzuschätzen, passend zu begleiten und ihre Entwicklung wirksam zu fördern: berufsbildner.ch/diplomlehrgang

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